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04.02.2010: |
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| Genre: | Dramödie |
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| Regie: | Jason Reitman | |||||||||||
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![]() Ryan Bingham (George Clooney) lebt und fliegt für die Arbeit. |
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| Inhalt: | Ryan Bingham (George Clooney) arbeitet für einen Dienstleister, der das Feuern von Personal fremder Firmen übernimmt und den frisch Gekündigten mit einer Firmenbroschüre einen Zukunftsweg eröffnen soll. Weil Ryan gut auf Menschen einreden kann, gibt er zusätzlich Seminare, wie man sich vom Ballast des Lebens befreit, denn es ist seine eigene Lebensentscheidung, so wenig Verbindlichkeit wie nötig zu pflegen.
![]() Ryan und die Reisende Alex (Vera Farmiga) verstehen sich auf Anhieb. In einer Hotelbar lernt Ryan die hübsche Alex Goran (Vera Farmiga) kennen, die genau wie er tickt: auch sie genießt den Club-Status und die Unverbindlichkeit unterwegs. Die beiden verstehen sich auf Anhieb, werden ungezwungene Bettgefährten und stimmen ihre Reisepläne aufeinander ab. Unverhofft wird Ryan von seinen Schwestern (Amy Morton & Melanie Lynskey), von denen eine bald heiratet, um einen kleinen Gefallen gebeten, dem er nur widerwillig nachkommt. Familie ist immerhin nur Ballast. Als Ryans Chef (Jason Bateman) alle Außendienstmitarbeiter zusammenruft und die junge Kollegin Natalie (Anna Kendrick) vorstellt, ist Ryans Meilenclubmitgliedschaft und wachsende Freundschaft zu Alex bedroht. Denn Natalie mit ihrem Psychologieabschluss der Cornell-Universität plant, das reisende Personal im Heimatbüro einzupferchen. Dort sollen Ryan und seine Kollegen die Kündigungen im Onlinechat aussprechen. Ryan revoltiert und zeigt Natalie die Realität seiner Arbeit. | |||||||||||
![]() Deswegen weiß Ryan nicht nur seiner Kollegin Natalie (Anna Kendrick) beim Reduzieren zu helfen. | ||||||||||||
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Kritik: |
Jason Reitman, der mit seinen ersten beiden Filmen "Thank You for Smoking" und "Juno" bereits ungewöhnliche Themen angepackt hat, schickt Hollywoodstar George Clooney ("Syriana", "From Dusk Till Dawn") für seinen dritten Film "Up in the Air" auf Reisen durch die USA. Wieder stammt die Geschichte nicht von Reitman selbst. "Up in the Air" basiert wie "TYfS" auf einer Romanvorlage. Dennoch zeigt Reitmans Drehbuch erneut das Gespür dafür, tragische Wahrheit mit süffisantem Humor zu würzen. Seine Entscheidung, einige Handlungsstränge (wie die Konstellation Ryan-Natalie) weiter auszubauen, ist ein großer Wurf. Dass die Fantasiemarken des Romans durch realweltliche ersetzt wurden, ist jedoch zu kritisieren.
![]() Ryan zeigt Natalie den Luxus, den er sich unterwegs mit seinen Clubkarten gönnt. Innovativ wie brisant ist es, gerade in Krisenzeiten einen Film über Berufskündiger zu machen. Umso wichtiger, dass Clooney – charmant wie eh und je – alle Antipathien gegen die 'Terminatoren' in verständnisvolle Sympathie verkehrt. Genau hier sieht es fast so aus, als machte der Film unterschwellige Industriepropaganda, wo doch in der noch nicht überwundenen Krise weltweit weitere Entlassungen anstehen. Es scheint, als wolle der Film sagen: Warum machst du eine Szene, wenn du entlassen wirst? Der, der die Kündigung ausspricht, ist auch nur ein Mensch und kann nichts dafür, dass du entlassen werden musst. Freue dich lieber über die Kündigung, da sie dir doch eine ganz neue Zukunftschance eröffnet und du mehr Zeit für deine Liebsten hast. Auch nicht schlecht, aber wer lebt von Luft und Liebe allein? Die Filmemacher betonen, dass sie für den großzügigen und kontinuierlichen Einsatz großer Markennamen kein Geld bekamen. Aber auch wenn der Film viele dieser Marken in einen negativ besetzten Kontext stellt, wirkt "Up in the Air" wie ein Werbefilm für die Bequemlichkeiten, die diese Marken bieten. Seit dem konsumkritischen Hit "Fight Club" (man erinnere sich an die Einrichtungskatalogszene) wird so etwas gerne mal gemacht – negative Publicity ist bekanntlich besser als keine! Auch geben Firmen ihren Marken gerne menschlichere Gesichter. Wollen wir Konsumenten uns nicht ausgerechnet in Krisenzeiten mit ein bisschen Luxus verwöhnen und so smart dastehen wie George? ![]() Ryans Schwester Julie (Melanie Lynskey, rechts) möchte heiraten, doch auf ihren Bruder zählt sie kaum. Ad absurdum führt der Film die Aussagen seiner Macher gerade in den menschlichsten Momenten. Hier ein Beispiel: George, das heißt Ryan, hat gerade die Hochzeit seiner Schwester gerettet und das glückliche Paar lässt sich trauen. Sieht der Zuschauer den Altar, die Zeremonie, die strahlenden Gesichter des Paars? Fehlanzeige! Der Zuschauer wird weiter mit Statussymbolen bombardiert. So wird ein Flügel nicht etwa in Gänze gefilmt, nein, lieber zeigt man den Herstellernamen in Großaufnahme. Es folgt die Detailaufnahme des Eherings – immerhin eines der größten Symbole des Besitztums. Huch, das sollte natürlich Loyalität heißen! So ist "Up in the Air" zwar ein unterhaltsamer, sehr gut gemachter Film, der mit interessanten Schicksalen, gutem Tempo und einem lockeren Ton punktet. Doch die angeblich kritische Haltung der Filmemacher wird von Markennamen erschlagen. Hätte Reitman doch bloß dem Film nicht diesen vermeintlich realistischen Anstrich gegeben und wäre bei den Fantasiemarken der Buchvorlage geblieben! Ihr habt diesen Film auch gesehen? Dann könnt ihr ihn hier bewerten! |
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![]() Tatsächlich kommt Ryan dem Wunsch seiner beiden Schwestern ohne Begeisterung nach. |
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| Hintergrund: |
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![]() Auch Natalie darf sich im Feuern üben... | ||||||||||||
| Originaltitel: | Up in the Air | |||||||||||
Dieser Film wurde bewertet von: Texte: |
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